Gastronomiebranche in der Krise

 
Bittersüßer Geschmack für örtliche Lokale

Dass die Gastronomie in der Corona Pandemie mit am schlimmsten betroffen ist, sollte kein Geheimnis mehr sein. Die langen Lockdowns haben nicht zur Besserung beigetragen und die meisten Restaurants kämpfen seither mit Existenzängsten. Doch wie genau ist die aktuelle Situation für Lokale in Neubiberg? X-Media Campus hat mit drei Betroffenen gesprochen.
Corona-Meilensteine in Bezug auf die Gastronomiebranche.

 

Kim Hoffman, Managerin der "Die 2Bar", Foto: Joy Ziegner

Für Geschäftsleitung Kim Hoffmann von Die2Bar, war der erste Lockdown ab dem 23.03.2020 zunächst ein großer Schock. Binnen weniger Tage musste das Restaurant komplett stillgelegt werden und die Ratlosigkeit war groß. Um die Zeit aber sinnvoll zu nutzen, renovierte Familie Hoffmann das Lokal, besonders den Außenbereich, und wartete auf weitere Informationen von der Regierung. Das dauerte jedoch länger als angenommen und die Frage nach einer Wiedereröffnung stellte sich vermehrt. Staatliche Corona-Hilfen in Form von Zuschüssen erreichen die Restaurantbesitzer nur langsam und verspätet, aufgrund von komplizierter Bürokratie. Durch die Beschlüsse vom 12.05.2020 gab es neue Hoffnung für die Betriebe, da nach fast zwei Monaten Schließung zumindest die Außenbereiche öffnen durften. Das Problem hierbei war aber, dass es keine offiziellen Richtlinien für ein allgemeines Hygienekonzept gab. 

„Wir haben bis in die Nacht an einer Planung gesessen, damit wir uns und unsere Gäste bestmöglich schützen, aber auch gut bedienen können.“, erzählt Kim.

Trotz aller Bemühungen und eines guten Sommergeschäfts, hat niemand an eine erneute Schließung durch den zweiten Lockdown Anfang November geglaubt. Die Enttäuschung und Fassungslosigkeit waren groß. Weitere beantragte Zuschüsse treffen nur mühsam und vereinzelt ein. Privat angesparte Rücklagen müssen nun genutzt werden, um Miete und Kurzarbeiterlohn bezahlen zu können.

 

 

El Greco verzeichnete im zweiten Lockdown weniger Bestellungen als zuvor. Foto: Joy Ziegner

So unterschiedlich die Speisekarten auch sind, so gleich sind die Aussagen der Lokalbesitzer

Dem griechischen Restaurant El Greco ging es ähnlich. Kellner Dimi ist einer der wenigen Mitarbeiter, die in Kurzarbeit arbeiten können. Der Schwerpunkt des Lokals hat sich durch die Pandemie auf „Essen-to-go" gelegt. Einen Unterschied zwischen den Lockdowns merkt er hierbei deutlich: „Zuvor haben viele örtliche Firmen ihr Mittagessen bei uns bestellt. Durch den zweiten Lockdown und dem damit populär gewordenen Home-Office, sind diese Einnahmen stark zurückgegangen.“ Wie in der unten eingefügten Grafik deutlich zu erkennen ist, musste die Gastonomie-Branche ab Oktober erneut enorme Umsatzverluste verzeichnen. Dennoch haben die Betreiber die freie Zeit ebenfalls für eine Renovierung genutzt, und hoffen nun auf die Wiedereröffnung nach Ostern 2021.

 

 

 

 

 

Üzrek Salman wartet immer noch auf weitere Hilfszahlungen. Foto: Joy Ziegner

     Mehr Home-Office - weniger Kundschaft

„Essen-to-go" ist für Dönerimbiss-Besitzer Üzrek Salman Alltagsgeschäft. Aber auch er ist von der Pandemie und den Lockdowns betroffen. Durch die Schließung der Büros und das Wegbleiben einiger Studenten der Universität rund um seinen Imbiss, hat er deutlich weniger Einnahmen als zuvor. Im März 2020 musste auch er sein Geschäft für mehrere Wochen schließen und beantragte die Corona-Hilfen. Diese trafen verspätet ein, retten ihn aber so bislang noch vor Existenzängsten. „Weitere Zahlungen aus dem zweiten Lockdown sind aber noch lange nicht auf dem Weg, die Beantragung ist extrem kompliziert“, sagt er. Dennoch sei er auch froh, wenn der Lockdown 2.0 zu Ende ist, damit hoffentlich wieder mehr Kunden kommen.

 

 

 

 

 

 

 

 
Restaurantbesitzer wurden durch Corona gezwungen ihren Kochlöffel wortwörtlich an den Nagel zu hängen. Foto: Joy Ziegner
 

 
Redaktion

 

 
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