Die Lösung aller Einkaufsprobleme

Es ist jeden Montag das gleiche Trauerspiel. Aus den beiden in unmittelbarer Nähe der Kaserne liegenden REWE Märkten sieht man Studierende der Universität der Bundeswehr mit leeren Händen herauskommen. Anscheinend waren die Wunschprodukte der Soldaten mal wieder ausverkauft. Im Zuge eines datenjournalistischen Projekts des Studiengangs Management und Medien sollte diesem Zustand auf den Grund gegangen und das Problem - wenn möglich - beseitigt werden, um künftig leere Tüten zu vermeiden.

Soldaten und die REWE-Group

Um das Ganze nicht im Alleingang stemmen zu müssen, trat die Projektgruppe in Kontakt mit der REWE-Group, um gemeinsam an einer möglichst effizienten Lösungsstrategie zu arbeiten und die Einkaufsroutine der Studierenden zu optimieren. Diese Konstellation sorgte bei beiden Parteien für positive Ergebnisse. Die Projektgruppe konnte durch bereitgestellte Auszüge aus dem Warenwirtschaftssystem der Märkte eine ausführliche, saubere und professionelle Durchführung ihres Projektes garantieren. Die REWE-Group erhielt im Gegenzug eine genauere Vorstellung von den gewünschten Produkten der Soldaten. Sie kann damit zukünftig die Einkaufsströme und die Produktauswahl besser lenken und die Studierenden stehen hoffentlich nicht mehr vor leeren Regalen.

Montag am beliebtesten

Durch eine universitätsweite Umfrage wurde das Einkaufsverhalten der Soldaten untersucht. Dabei kam heraus, dass durch die Nähe der Universität zu REWE über 90 Prozent der Studierenden regelmäßig in einem der beiden Märkte einkaufen. Da viele der Soldaten über das Wochenende in die Heimat fahren und sich nicht mehr am Standort befinden, ist der Montagnachmittag mit 72 Prozent eindeutig der präferierte Einkaufstag der Soldaten. Das spiegelt sich schlussendlich in den leeren Regalen wider. In der Erhebung sollte herausgefunden werden, was der Großteil der Soldaten in den REWE Märkten einkauft. Unter den besonders häufig nachgefragten Produkten fanden sich vor allem Puten- und Hähnchenbrust, Frischmilch und Skyr. Eier stellten mit 79 Prozent quasi den Bestseller dar. Trotz größtenteils gesunder Ernährung gaben aber auch 45 Prozent der Befragten an, dass sie regelmäßig Tiefkühlpizza kaufen würden. Diese Ergebnisse decken sich ebenfalls mit den zur Verfügung gestellten Daten aus dem Warenwirtschaftssystem der REWE-Group.

Prüfungen und Zeitdruck

Interessant war auch, ob und in welchem Maß sich das Einkaufsverhalten während der Prüfungsphase des jeweiligen Trimesters ändert. Die Befragung lieferte hier deutliche Ergebnisse: 74 Prozent gaben an, dass sie während der Prüfungsphase anders einkaufen. Fast die Hälfte der Soldaten kauft während dieser Phasen mehr auf Vorrat. So bleibt den leidgeplagten Prüflingen mehr Zeit zum dringend notwendigen Lernen. Fast jeder Vierte erwirbt zudem mehr Energy-Drinks als sonst. Im Vergleich zum normalen Semestersystem einer zivilen Universität bedeutet das Intensivstudium an der Universität der Bundeswehr mehr Zeitdruck und enger getaktete Prüfungsphasen.

 

 

Einkauf ans Kasernentor?

Neben dem Einkaufsverhalten wurde nach den Wünschen der Soldaten gefragt. So gab über die Hälfte der Studierenden in der Umfrage an, dass sie eine Postfiliale in den REWE Märkten für sinnvoll erachten. Pakete können bekanntermaßen nicht auf das Kasernengelände geliefert werden und so können Einkauf und die Abholungen von online bestellten Artikeln verbunden werden. Zudem sprechen sich knapp 57 Prozent für eine alternative Bezahlmöglichkeit in den Märkten aus. Die digitale Transformation macht auch vor dem Lebensmitteleinkauf keinen Halt, denn technische Entwicklungen wie kontaktloses Bezahlen sind für die jungen Studierenden normaler Alltag. Als interessant zeigte sich auch, dass immerhin 32 Prozent der Soldaten sich ihren Einkauf bis an das Kasernentor liefern lassen würden. Der Rest geht zum Einkaufen gerne selbst in den REWE Markt seines Vertrauens.

Methoden

  • Uniweite Befragung
  • qualitative Erhebung
  • Fragebogen basierend auf Daten von Rewe
  • 347 Befragte

Vielleicht bald wunschlos glücklich

Was alle sich wünschen: Keine leeren Regale und endlich alle Produkte des alltäglichen Bedarfs. Sei es nun die typisch studentische Tiefkühlpizza oder aber der Proteinpudding, um die körperliche Leistungsfähigkeit bis an ihre Grenzen zu treiben. Ob dies in Zukunft möglich ist, hängt von dem Handeln der REWE-Group ab. Der Konzern weiß nun welche Produkte der Großabnehmer Universität der Bundeswehr braucht und leider oft vermisst. Durch die entstandene Zusammenarbeit sollen die REWE Märkte im Umkreis ihr Produktsortiment dementsprechend anpassen und die Soldaten mit vollen Tüten nach Hause gehen.

 
Das Video zur Lösung aller Einkaufsprobleme
 
Ein typischer Einkauf bei Rewe, Bild: Majbritt Heinze
 

 
Redaktion

 

 
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