Ein Beruf steckt in der Krise

Hebammen am Limit

Laut Statistischem Bundesamt wurden im Jahr 2016 rund 792.000 Kinder in Deutschland geboren. Die entbindenden Frauen wurden dabei von circa 23.000 Hebammen betreut. Eine einzige Hebamme war demnach für über 34 Geburten zuständig, plus Vor- und Nachsorge. 

In der Realität kann jedoch kaum eine Hebamme eine solch hohe Zahl an Frauen bei der Entbindung begleiten. 90 Prozent der Hebammen geben an, regelmäßig Überstunden zu leisten und sich keine Pausen nehmen zu können. So wird es für Schwangere immer schwieriger, rechtzeitig eine Geburtshelferin zu finden, obwohl versicherte Frauen einen gesetzlichen Anspruch darauf haben.

Hohe Versicherungsbeiträge und geringe Löhne zwingen immer mehr Hebammen, den Betreuungsumfang zu verringern oder ihren Beruf sogar aufzugeben. So hat sich die finanzielle Belastung durch die jährlichen Haftpflichtprämien in den letzten vierzig Jahren von umgerechnet 30,68 Euro (1981) auf 7.639 Euro (2017) erhöht. Das entspricht einem Anstieg von 24.900 Prozent.

In diesem Beitrag beleuchten unsere Reporterinnen die Hintergründe des Hebammenmangels und stellen aktuelle Gegenmaßnahmen der bayerischen Politik vor. Zu Wort kommt neben der freiberuflich im Landkreis München tätigen Hebamme Sabine Pischinger auch Susann Enders, gesundheitspolitische Sprecherin der Freien Wähler im bayerischen Landtag.

 
Hebammen am Limit
 
Eine Hebamme bei der Nachsorge, Foto: Nagel, Schütze
 

 
Redaktion

 

 
Diesen Artikel...

 

 
Weitere Themen

 

 
Links zu diesem Artikel

Der Deutsche Hebammenverband kümmert sich
Zur aktuellen Reform der Hebammenausbildung