Erklärt in 365 Sekunden: Bio-Siegel

Das Bio-Siegel ging im Jahr 2001 mit einer klaren Botschaft an den Start: „Wo Bio drauf steht, ist auch Bio drin“.

Wirtschaft: Wer viel Wert auf gesunde Ernährung legt, achtet darauf, Bio-Produkte einzukaufen. Das Bio-Siegel gilt als wichtige, verlässliche und vertrauenswürdige Orientierungshilfe für den ökologisch-orientierten Verbraucher. EU weite Rechtsvorschriften sollen dem Verbraucher garantieren, dass einheitliche Standards in Anbau, Produktion und Tierhaltung eingehalten werden.

Deutschland stellt innerhalb der Europäischen Union den größten Absatzmarkt für Bio-Produkte dar. Der Umsatz hierzulande macht fast ein Drittel der rund 18 Milliarden Euro aus, die mit Bio-Waren in der gesamten EU erwirtschaftet werden (ohne Export). International greifen die Deutschen nach den US-Amerikanern am häufigsten zu Bio-Lebensmitteln.

Momentan importiert der deutsche Markt noch verhältnismäßig viele Waren. Doch die Verbraucher kaufen immer bewusster ein und achten darauf, dass Obst und Gemüse aus der Region stammen und der Saison entsprechen. Das eröffnet die Möglichkeit, dass auch die Bio-Branche einen sichtbaren Beitrag für ein nachhaltigeres Wirtschaften leistet.

Aber wofür steht das Bio-Siegel überhaupt?

Das sind die Kriterien, die ein Produkt erfüllen muss, damit es das sechseckige Siegel tragen darf:

  • Keine Bestrahlung von Öko-Lebensmitteln
  • keine gentechnisch veränderten Organismen
  • kein Pflanzenschutz mit chemisch-synthetischen Mitteln
  • keine leicht löslichen, mineralischen Dünger
  • abwechslungsreiche, weite Fruchtfolgen
  • flächengebundene, artgerechte Tierhaltung sowie
  • Fütterung mit ökologisch produzierten Futtermitteln ohne Zusatz von Antibiotika und Leistungsförderern.

Achtung: Irreführende Bezeichnungen

Immer wieder wird mit verschiedenen Begriffen geworben, die dem Verbraucher suggerieren, dass ein Produkt aus ökologischer Landwirtschaft stammt. Nicht immer steckt geprüfte Öko- oder Bio-Qualität dahinter. Denn viele Begriffe sind nicht geschützt und können daher irreführend sein, wie zum Beispiel:

  • "aus kontrolliertem Anbau",
  • "von staatlich anerkannten Bauernhöfen",
  • "unter unabhängiger Kontrolle",
  • "ungespritzt",
  • "ohne Spritzmittel",
  • "aus integrierter Landwirtschaft",
  • "aus Vertragsanbau",
  • "aus alternativer Haltung" oder
  • "aus umweltschonendem Anbau".

Hersteller von Bio-Lebensmitteln können zusätzlich zu dem EU-Bio-Gütezeichen auch das deutsche Bio-Siegel und Zeichen privater Öko-Verbände verwenden. Die unterliegen oft strengeren, aber auch individuelleren Regeln.

Es ist also gar nicht so einfach, sich im Dschungel der Bio-Siegel zurechtzufinden.

 

 
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Redaktion

 

 
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