Prof. Dr. Wüstrich bezieht Stellung zur aktuellen Lage
 

 
Insolvenz is coming

Wie Corona unsere Wirtschaft verändern wird
Die dritte Welle ist durch, gesprochen wird bereits von der vierten. Was das für unsere Wirtschaft em Ende beudeuten wird, ist noch nicht komplett vorhersehbar. Viele sind sich jedoch bereits sicher: Die Flutwelle der Insolvenzen rollt gerade direkt auf viele Unternehmen und ihre Angestellten zu.

Im Januar 2020 erreichte das Corona-Virus Deutschland und die Zahlen der Arbeitslosen begannen langsam zu steigen, allein in München erhöhte sich die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen um 2000 Personen also 30 Prozent im Vergleich zu Vorjahresmonat. Die Folgen für die deutsche Wirtschaft und Gesellschaft sind bislang kaum absehbar, jedoch werden die Kosten für die Bundesrepublik im Jahr 2020 bereits heute auf 1,3 Billionen Euro geschätzt (Stand: Januar 2021).

 

 

Bis zum Januar 2020 sah die Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt und in der Wirtschaft ausgesprochen gut aus. Dann erreichte das Corona Virus, das man bis dato nur durch die Berichterstattung aus dem asiatischen Raum her kannte, Europa und wurde erstmals in Frankreich diagnostiziert. Während die westlichen Nationen zögerlich bis verhalten auf die Situation reagierten, handelte die Volksrepublik China entschieden und stellte über ein Dutzend Städte unter Quarantäne. Nach anfänglichem Zögern, reagierte auch die deutsche Regierung, sie erließ Hygienemaßnahmen und Ausgangsbeschränkungen, um das Virus in seiner Ausbreitung zu verlangsamen. Dies gelang auch durch das zeitweilige Ausrufen mehrerer Lockdown Phasen und der großflächigen Umstellung auf Kurzarbeit und die Einrichtung von Heimarbeitsplätzen. Jedoch blieb der Lockdown nicht ohne Opfer, allen voran Selbstständige und Klein- bis Kleinstunternehmer aber selbst große DAX-Unternehmen blieben nicht unberührt.

Nach heutigen Prognosen der deutschen Bundesbank ist die Wirtschaftsleistung bis zum Frühjahr 2021 um ein Zehntel eingebrochen. Jedoch prognostiziert die deutsche Bundesbank eine Rückkehr auf das Vorkrisenniveau bis zum Beginn des Jahres 2022 oder in einem ungünstigen Szenario bis Ende 2023. Gezeigt hat das, der entgegen aller Erwartungen, stärkere Anstieg des Wirtschaftswachstums nach Beendigung der jeweiligen Lockdown Phasen. Des Weiteren scheint das Horrorszenario von Massenentlassungen und Insolvenzen durch den Niedergang der Wirtschaft aufgrund staatlicher Förderungsmaßnahmen und Kurzarbeit bislang auszubleiben. Dies wird gestützt durch ein Kurzinterview mit dem anerkannten Wirtschaftsprofessor, Professor Dr. Thomas Wüstrich von der Universität der Bundeswehr in München. Dieser äußerte sich in neun Fragen zur aktuellen und zukünftigen wirtschaftlichen Situation der Bundesrepublik Deutschland. Dazu sagt Wüstrich: „die Wirtschaftliche Situation ist […] derzeit aufgrund der Lockdown Maßnahmen [schwierig]“. Da die Leitungsfähigkeit der Bundesrepublik Deutschland begrenzt ist und jeder weitere Tag Geld kostet und gerade die die jetzige Generation in Zukunft mit monetären Verpflichtungen belasten wird. Jedoch ist die derzeitige Situation nicht alleinig dem COVID-19 Virus geschuldet, sondern durch einen generellen gesellschaftlichen sowie technologischen Strukturwandel begünstigt worden.

Auch wenn, laut Prof. Wüstrich, die Last der Schulden auf den Staat sich auch noch über die nächsten 20 Jahre ziehen wird, sieht er die wirtschaftliche Zukunft in Deutschland generell positiv. Jedoch, so sagte er uns, haben wir gelernt, dass es weiterhin wichtig ist sich für zukünftige Krisen politisch, finanziell und strukturell zu wappnen und bestehende Prozesse stetig der aktuellen Lage und den gewonnenen Erfahrungen anzupassen.

Das Interview mit Prof. Dr. Thomas Wüstrich - Hinter den Kulissen

 
 

 
Redaktion

 

 
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