KFOR: Der vergessene Einsatz

„Der Mob kam mit Äxten und Molotowcocktails, griff den Grenzübergang Jarinja im Norden des Kosovos an, legte Feuer und schoss auf Soldaten der internationalen Schutztruppe Kosovo Force (KFOR)“, schrieb die Zeit am 28.Juli 2011 zu der Lage im Kosovo. Dass dieser Einsatz ein gut bezahlter Urlaub sei, entspricht spätestens jetzt nicht mehr der Wahrheit.

Ein langer Weg
Nachdem der Bürgerkrieg in der damaligen serbischen Provinz Kosovo über viele Jahre hinweg für zahlreiche Opfer gesorgt hatte, beschloss die NATO 1999 eine militärische Lösung des Konflikts. Auf der Grundlage dieses Beschlusses griff sie unter Führung der Vereinigten Staaten am 24. März 1999 die Republik Serbien an. Aufgrund der deutlich überlegenen Streitkräfte der NATO war die militärische Auseinandersetzung rasch zu Gunsten der NATO entschieden und so zog sich Serbien aus dem Kosovo zurück.

Da die Region zu dieser Zeit äußerst instabil war, kam die internationale Staatengemeinschaft schnell zu der Ansicht, dass eine Schutztruppe notwendig sei, um Frieden und Ordnung in der Region zu schaffen und aufrecht zu erhalten.

Respect UN-Resolution 1244
Grundlage des Einsatzes der KFOR war die Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrats. In dieser Resolution wird für den Kosovo eine Übergangsverwaltung der Vereinten Nationen (UNMIK) beschlossen. Mit dieser Entscheidung wurde außerdem die kriegerische Auseinandersetzung offiziell für beendet erklärt.

Entsprechend dieser Abkommen hat die KFOR den Auftrag, die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten, für die Einhaltung der beiden letztgenannten Verträge zu sorgen und schließlich die Übergangsverwaltung der Vereinten Nationen zu unterstützen.

Die Ruhe vor dem Sturm
Die Kernfähigkeiten des deutschen Einsatzkontingentes KFOR bestehen aus dem deutschen Anteil im Hauptquartier KFOR, dem deutschen Einsatzlazarett in Prizren und einer Einsatzkompanie mit Stationierungsort Novo Selo, in der Nähe von Mitrovica, welche der US-geführten MNBG East unterstellt wurde.

Als die Soldaten des 29/30. Einsatzkontingents der Einsatzkompanie ihren Fuß auf das Flugfeld in Prizren setzten, war ihnen noch nicht bewusst, was auf sie zukommen wird.  Als sie gerade mal neun Tage später zum Gate 1 im Nordkosovo verlegt wurden, wurde ihnen schnell klar, dass das ihr neues Zuhause für den restlichen Einsatz ist. Ein Leben am Minimum, Zusammenstöße mit Demonstranten und das Widerstehen von Hitze und Kälte wird zum Alltag.

Die Ausschreitungen zwischen den KFOR Truppen und Demonstranten erreichten im September 2011 ihren traurigen Höhepunkt, als es bei einer Operation, um eine illegale Straße zu sperren, zu Kampfhandlungen zwischen den beiden Parteien kam.

 

 
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Redaktion

 

 
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