FRANZ TOMASCHOWSKI ZU GAST AN DER UNIBW IN MÜNCHEN

 
Manipulation der Wahrnehmung

Vortrag am 23. Mai 2017 um 11.30 Uhr im Hörsaal 33/1131
Die Digitalisierung der Medien schürt die Angst vor gefälschten Inhalten. Stellt das Bild, das ich vor mir liegen habe, die Wirklichkeit dar? Oder hat jemand nachgeholfen und will mich manipulieren? Franz Tomaschowski ist Professor an der MediaDesign Hochschule München und befasst sich seit Jahrzehnten mit der Bildwahrnehmung. In dem Gastvortrag präsentiert er seine Erkenntnisse und thematisiert aktuelle Entwicklungen.

Die blinden Männer und der Elefant

Die Realität kann sehr unterschiedlich aufgenommen werden. Es ist ein bekanntes Beispiel, was Franz Tomaschowski gerne verwendet, um (Bild-)Wahrnehmung zu beschreiben. Es handelt von fünf blinden Männern, die versuchen einen Elefanten zu begreifen. Jeder von ihnen untersucht allerdings nur ein Körperteil, anschließend vergleichen sie ihre Erfahrungen. Natürlich haben alle Männer unterschiedliche Erfahrungen gesammelt, je nachdem, welche Perspektive sie eingenommen hatten. Während die Legende bereits Jahrtausende alt ist, ist die Erkenntnis daraus bis heute präsent und gewinnt  an Bedeutung: Realität kann sehr unterschiedlich aufgefasst werden, individuell und subjektiv.

Was? Vortrag
Thema? „Fake the World – Möglichkeiten, Fotos und Bilder zu fälschen“
Wer? Franz Tomaschowski, Professor MediaDesign Hochschule München
Wann? 23. Mai 2017, 11.30 Uhr
Wo? Gebäude 33, Raum 1131
Wer kann teilnehmen? Jeder

Warum sehen wir etwas so, wie wir es tun?

Franz Tomaschowski befasst sich nicht nur mit der Frage „Was sehen wir?“, sondern auch mit der nach den Gründen: „Warum sehen wir etwas so, wie wir es tun?“ Nur zehn Prozent nehmen die Menschen bewusst wahr, die restlichen 90 Prozent werden unterbewusst verarbeitet. Das Gehirn arbeitet dabei als eine Art „Super-Computer“, mit einem eigenem inneren Katalog. Die Wahrnehmung findet also überwiegend im Vergleich mit anderen Bildern, die wir bereits kennen, statt. Daher auch das Sprichwort, dass der Mensch nur das sieht, was er sehen will (und kennt). Doch das kann auch Gefahren mit sich bringen: Was macht ein Fotograf, der im moralischen Zwiespalt steht, ob er ein Foto schießen (und damit auf Missstände etc. aufmerksam machen) oder helfen soll? Auch auf solche Fragen wird Tomaschowski in seinem Vortrag eingehen.

Zur Person

Bevor Franz Tomaschowski als Professor an die MediaDesign Hochschule München kam, hat er in Braunschweig, Hannover und Bremen studiert. Anschließend hat er als Fotograf am „Bremer Theater“ gearbeitet und hat Lehraufträge an verschiedenen Hochschulen wahrgenommen. 2004 wurde Tomaschowski dann als Professor für Bildkommunikation an der „MediaDesign Hochschule“ in München. Regelmäßig beteiligt er sich an Artwork und Ausstellungen.

Der Vortrag

Seine Erkenntnisse und persönlichen Erfahrungen wird Franz Tomaschowski am Dienstag, den 23. Mai 2017, an der UniBw in München präsentieren. Im Hörsaal 33/1131 wird der Professor ab 11.30 Uhr referieren. Der Gastvortrag findet im Rahmen des Journalistischen Kolloquiums des Masterkurses "Management und Medien" mit dem Schwerpunkt Journalistik statt. 

Literaturhinweis

Tomaschowski, Franz (2015): Fake the World? Über Möglichkeiten, Fotos und Bilder zu fälschen. In: Gabriele Goderbauer-Marchner (Hrsg.): Zukunft der Medien: Qualität und Wahrhaftigkeit (Reihe "medien aktuell", Band 1). Neubiberg 2015.

 
Dozent
 

 
Redaktion

 

 
Diesen Artikel...

 

 
Weitere Themen

 

 
Links zu diesem Artikel

Homepage von Franz Tomaschowski