Mein Weg zum Traumberuf

Nicht immer ist der schnellste Weg der beste. Umwege bringen Erfahrungen, die dann im Ziel nützlich sein können. Wie ich zu meinem Traumberuf gefunden habe und Soldat wurde.

Kaum eine Entscheidung im Leben ist endgültig. Oft lohnt es sich, einfach etwas zu wagen und etwas Neues auszuprobieren. Inzwischen studiere ich Management und Medien an der Universität der Bundeswehr in München und bin Offizieranwärter. Vor einigen Jahren hätte ich mir das aber absolut nicht vorstellen können. Wie ich vom Schüler der Privaten Wirtschaftsschule Frenzel zum Soldaten wurde.

Zeit neue Wege zu gehen

Es ist so weit, Sommer 2008, meine Schulzeit neigt sich dem Ende zu und ich muss mich für einen Beruf entscheiden. Die Auswahl ist groß und eine Entscheidung nicht einfach. Durch einige Praktika habe ich festgestellt, dass ich meine Zeit nicht im Büro verbringen will. Ich möchte etwas mit den Händen schaffen. Auch Polizei oder Bundeswehr interessieren mich, aber als mir eine Ausbildung zum Industriemechaniker angeboten wird, schlage ich zu.

Drehen, Fräsen, Bohren – ein toller Beruf. Zum Ende meiner Ausbildung besucht uns in der Berufsschule ein Hauptmann von der Bundewehr und macht Werbung für die Truppe. Zu dieser Zeit bin ich aber sehr zufrieden mit meinem Job. Nach nur einem Jahr als ausgelernter CNC-Dreher schleicht sich dann aber doch allmählich die Monotonie ein. Jeden Tag um sechs einstempeln, acht Stunden die Maschine laufen lassen und wieder ausstempeln. Zeit sich etwas Neues zu suchen.

Ich möchte weiterkommen, neue Erfahrungen sammeln, und wieder ist die Auswahl riesig: Meister, Techniker oder doch ein Studium? Weil ich mit der Frenzel Schule eine kaufmännische Ausbildung in der Tasche habe und mit dem Industriemechaniker die handwerkliche Seite beherrsche, ist doch der Wirtschaftsingenieur ideal für mich. Oder?

Grenzen austesten

Gesagt, getan - im Herbst 2014 gehe ich also auf die Berufsoberschule, um mein Fachabitur nachzumachen. Ein Vollzeitstudium kommt für mich aber nicht in Frage. Ich möchte mit einem dualen Studium für meinen Lebensunterhalt selbst aufkommen. Ich muss aber feststellen, dass es gar nicht so einfach ist, einen der wenigen Plätze für einen Werksstudenten zu ergattern. Ich erinnere mich an den Vortag des Hauptmanns aus der Berufsschule vor zwei Jahren.

Die Bundeswehr - wäre das die Lösung?

Dort muss ich nicht im Büro arbeiten, für meinen Unterhalt ist gesorgt und studieren kann ich auch. Allerdings muss man sich dort auch für 13 Jahre verpflichten und sich darüber bewusst sein, dass man später einmal in den Auslandseinsatz muss. Nach vielen Gesprächen mit meiner Familie und Soldaten bin ich bereit, diese Verantwortung zu übernehmen. Ich vereinbare einen Termin mit dem Einstellungsberater. Der schickt mich nach Köln zum Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr. Dort erhalte ich nach eingehender Testung eine Zusage, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet.

Etappenziel erreicht

Überglücklich trete ich also meinen Dienst am ersten Juli 2015 an. Inzwischen bin ich schon fast drei Jahre Soldat und bin mit meiner Entscheidung sehr zufrieden. Als Offizier wird mir das Büro zwar nicht ganz erspart bleiben, allerdings erwartet mich nach dem Studium eine vielseitige und spannende Tätigkeit. Dass ich bereits eine Ausbildung in der Tasche habe, bringt mir nun viele Vorteile. Ich bin mit meinen Aufgaben gewachsen und habe wichtige Erfahrungen gemacht, die mir später als Offizier mit Sicherheit nützlich sein werden.

 
Christoph Martin Foto: Lisa HindelangEs geht darum die Natur zu genießen und nicht den Gipfel auf schnellstem Weg zu erreichen. Foto: Lisa Hindelang
 

 
Redaktion

 

 
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