Gewässerüberquerung
Gewässerüberquerung, Foto: Colin Schramm
 

 
Militärische Ausbildungswoche

Ein Montagmorgen im Mai 2018, 6:45 Uhr. Dreißig Studierende versammeln sich an der Feuerwehr auf dem Gelände der Universität der Bundeswehr in München. Kampfrucksäcke und Kampftragetaschen werden verladen. Sie brechen zu einer Ausbildungswoche nach Stetten am kalten Markt auf. Bei einigen liegt der letzte Gefechtsdienst bereits Jahre zurück. In den kommenden Tagen können die Studierenden ihre militärischen Kenntnisse wieder auffrischen und Neues dazu lernen. Gleichzeitig soll die Ausbildungswoche dazu dienen, die Kameradschaft unter den Studierenden zu stärken und sie daran zu erinnern, was sie nach dem Studium erwartet.
„Die Ausbildungswoche auf die Beine zu stellen und durchzuführen, war eine ausgezeichnete Übung für die ersten Führungsaufgaben, die uns nach dem Studium erwarten.“ resümiert Leutnant Boger im Nachhinein. Er ist einer der Initiatoren der Ausbildungswoche. Oberfähnrich Pröll fasst zusammen, was die Teilnehmer aus der Woche mitgenommen haben: „Die Woche war sehr gut zusammengestellt. Zum einen aus Teilen, die wir vertieft haben, wie den Orientierungsmärschen bei Nacht und Tag und zum anderen aus neuen Ausbildungen bei denen wir unseren militärischen Horizont erweitern konnten wie zum Beispiel die Crowd-and-Riot-Control Ausbildung durch die Feldjäger.“


Die Idee

Doch wie kommt es überhaupt dazu? Das gibt’s doch sonst gar nicht an der Uni, oder doch? Studierende des Fachbereichs 2/D haben die Initiative ergriffen und die Ausbildungswoche in Stetten am kalten Markt auf die Beine gestellt. Die persönliche Motivation der Studierenden liegt auf der Hand: Man bleibt in Übung, gewöhnt sich an Verantwortung, stärkt die Kameradschaft und den Teamgeist.
Um so ein Vorhaben möglich zu machen, müssen die Studierenden im Vorfeld viel organisieren. Zuerst müssen sie ihren Plan mit dem jeweiligen Gruppenleiter absprechen, so dass dieser dahinter steht und es genehmigt. Wenn diese erste Hürde genommen ist, müssen die Organisatoren einen geeigneten Übungsplatz finden. Dafür eignet sich das Intranet, das eine Übersicht über alle Übungsplätze der Bundeswehr bietet. „Kriterien bei der Übungsplatzsuche sind, dass der Übungsplatz nicht zu weit weg ist, die gewünschten Ausbildungsmöglichkeiten bietet, gegebenenfalls Ausbilder vor Ort zur Verfügung stehen und nicht zuletzt, dass es Unterkunftsmöglichkeiten für die Ausbildungsgruppe gibt.“ erklärt Leutnant Boger. Nachdem ein möglicher Übungsplatz gefunden ist, muss er ausgiebig erkundet werden. Bei der Ausbildungswoche von 2/D haben die ersten Erkundungsfahrten bereits 8 Monate vor der Durchführung stattgefunden. Daher sollte ausreichend Zeit im Voraus eingeplant werden.


Vorerkundung

Während der Vorerkundung läuft das Orga- Team dann die verschiedenen Stellen in der Kaserne vor Ort an, um Kontakt mit dem Personal aufzunehmen und zu fragen, ob die Bereitschaft besteht, das Vorhaben zu unterstützen. Hier geht es auch darum herauszufinden, welche Möglichkeiten der Standort bietet. Wie Leutnant Boger berichtet, waren die Truppenteile vor Ort durchaus begeistert von der Idee und haben die Studierenden der UniBW sehr gerne unterstützt.
 

Haupterkundung

Nun müssen die Studierenden einen vorläufigen Dienstplan aufstellen, den sie bei einer weiteren Erkundung mit den unterstützenden Truppenteilen abgleichen. Anschließend besuchen sie die Übungsplatz- Kommandatur, um sich auch dort ein OK abzuholen. Dann stehen alle Termine fest.


Org & Besorg

Zurück an der Uni, erwartet die Organisatoren einiges an Papierkram. Sie schreiben Anforderungen wie z.B. Frequenzen für Funkgeräte; Küche, Material, Unterkünfte, Gebäude, Fahrzeuge und finanzielle Mittel. Gegebenenfalls nehmen sie bei einer Schießbahnkonferenz teil, um Ausbildungsbahnen nutzen zu können. Stehen diese Anforderungen, wird die Weisung geschrieben.


Feinerkundung

Vor der Ausbildungswoche führen die Initiatoren noch eine Feinerkundung durch, bei der sie beispielsweise Wege für Orientierungsmärsche ablaufen. Ist die Feinerkundung abgeschlossen und das Budget genehmigt, steht dem Vorhaben nun nichts mehr im Weg.


Durchführung

Für die Durchführung bietet sich es an, einige Ausbildungen von Studierenden mit den entsprechenden Kompetenzen durchführen zu lassen. So konnten aus der Gruppe 2/D insgesamt zehn Soldaten ein Ausbilderteam bilden und verschiedenste kleine Ausbildungen halten. Oberfähnrich Pröll, der die Ausbildung „Knoten und Bunde“ hielt, berichtet, dass dies auch nochmal eine gute Möglichkeit darstellte, um sich in seinen Ausbildungsfähigkeiten zu üben und zu stärken. Neben diesem Vorhaben wurden im Jahr 2018 drei weitere Ausbildungswochen von der Interessensgemeinschaft der Heeresaufklärungstruppe realisiert.
Es ist also durchaus möglich, während der vorlesungsfreien Zeit oder sogar auch während der Vorlesungszeit Veranstaltungen wie die Ausbildungswoche der Management und Medien-Studierenden auf die Beine zu stellen und so seinen Horizont zu erweitern, altes Wissen aufzufrischen und sich darin zu üben, Verantwortung zu übernehmen!

 

 
Redaktion

 

 
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