Olympiastimmung wo warst du?

Die Stimmung bei Olympia 2018 in Peyongchang war irgendwie mau. Es gab viele Gründe dafür. Das Thema Doping wurde vor und während der Spiele in Südkorea sehr stark in den Medien diskutiert. Immer wieder wurden neue Dopingfälle bekannt und Altlasten von den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi diskutiert.

 

Sport: Die wachsende Kommerzialisierung von Sport, der stetig steigende Leistungsdruck für Sportler und der Konkurrenzkampf von ganzen Nationen treibt das Dopinggeschäft immer weiter an. Die Leistungen liegen bei vielen Sportarten weit über der maximalen natürlichen Leistungsfähigkeit eines Menschen. Um den Mantel der Fairness zu wahren, hört man immer wieder von Berichten über verletzte oder kranke Spitzensportler, die augenscheinlich legale Medikamente zu sich nehmen um zu genesen.

Doch was ist, wenn ein ganzes Land offenkundig dopt und dies auch noch vom Staat unterstützt wird? Spätestens seit den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi ist das staatlich unterstützte Doping ein viel diskutiertes und umstrittenes Thema. Bei den Winterspielen vor vier Jahren in Russland wurde den Gastgebern vorgeworfen, systematisches Staatsdoping zu betreiben.

Nicht nur der Bericht im Auftrag der Welt-Anti-Doping Agentur WADA, sondern auch die belastenden Aussagen des ehemaligen Chefs des russischen Dopinglabors, Grigori Rodschenkow, bestätigten die Dopingaffäre und erhöhten den Druck auf das Internationale Olympische Komitee IOC. Um diesen Dopingskandal möglichst schnell aus der Welt zu schaffen und sich und die Olympischen Spiele wieder in das richtige Licht zu rücken, ließ das IOC damals 28 offene Dopingfälle nochmals untersuchen. Bei der erneuten Untersuchung wurden 15 russische Medaillen-Gewinner des Dopings überführt. Als Konsequenz verhängte das IOC nach den Winterspielen gegen alle 28 Athleten lebenslange Olympiasperren. Des Weiteren wurden Forderungen laut, das gesamte russische Team von den olympischen Winterspielen dieses Jahr in Peyongchang auszuschließen.

Russland bestritt hartnäckig die Vorwürfe des staatlich unterstützten Dopingsystems und alle 28 russischen Athleten klagten gegen das Urteil des IOC. Der Sportsgerichthof CAS gab den Klagen statt und hob die lebenslangen Olympiasperren gegen alle Athleten, auch die nachweislich gedopten, auf. Dieses Urteil war eine große Niederlage für das IOC und stellt die gesamte Glaubwürdigkeit dieses Komitees in Frage.

Doch damit nicht genug. Die russische Dopingaffäre ging 2017 in die nächste Phase. Das IOC verwehrte 45 russischen Athleten und zwei Trainern die Teilnahme an den diesjährigen Olympischen Winterspielen in Südkorea. Von russischer Seite fühlte man sich ungerecht behandelt und alle 45 Athleten klagten gegen die Entscheidung des IOC.  Wieder einmal musste der Sportsgerichthof CAS entscheiden, wie es mit den 45 russischen Teammitgliedern weitergeht. Am Eröffnungstag am 09.02.2018 entschied der CAS, dass der Ausschluss der 45 Athleten und zwei Trainern rechtens ist und die Klagen fallen gelassen wurden.

Über das Urteil des Sportgerichtshofes CAS wurde stark in den Medien diskutiert und so wirklich Ruhe wollte nicht einkehren. Der Versuch, sich nur auf die sportlichen Leistungen und die Siege des deutschen Teams einzulassen, scheiterte spätestens an dem Punkt, an dem neue aktuelle Dopingfälle während der olympischen Spiele bekannt wurden. So haben ein japanischer sowie ein slowenischer Athlet, und, wie zu vermuten war, zwei russische Athleten gedopt. 

Vielen ist es unbegreiflich, warum nicht strenger kontrolliert wird und es überhaupt noch dazu kommen kann, dass gedopte Sportler an so großen sportlichen Wettkämpfen teilnehmen können. Für die Zukunft und anstehende sportliche Großereignisse wäre es wünschenswert, wenn die Kontrollverfahren verbessert würden. Außerdem sollten das IOC und der CAS konsequenter bei ihren Entscheidungen und Urteilen vorgehen und dafür sorgen, dass Olympia wieder zu dem wird, was es einmal für viele von uns war: Ein fairer, sportlicher Wettkampf.

 

 
Olympische Winterspiele 2018
 
Bildquelle: Bernd Kasper / pixelio.de
 

 
Redaktion

 

 
Diesen Artikel...

 

 
Weitere Themen