Studium: durchziehen oder abbrechen?

Für den einen ist es ein Goody, für den anderen ein Klotz am Bein. "Knapp ein Viertel der Studenten haben die Universitäten der Bundeswehr ohne Abschluss verlassen", so der Wehrbeauftragte im Jahresbericht 2018 - und das trotz optimaler Studienbedingungen.

Am 29. Januar 2019 veröffentlichte der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestags, Dr. Hans-Peter Bartels, den Jahresbericht 2018 zur Lage der Bundeswehr. Dabei spricht er von hohen Abbrecherquoten und jungen Soldaten, die über noch wenig Lebenserfahrung verfügen und sich eine studiennahe Verwendung wünschen, was jedoch nur in wenigen Fällen umzusetzen sei. Des Weiteren stünden an der Universität der Bundeswehr in München für über 3000 Studenten lediglich zwei Psychologen zur Verfügung, was die Fürsorgepflicht des Dienstherrn in Frage stelle. Daher widmen wir uns in diesem Audiobeitrag den studierenden Soldaten und verschaffen uns einen Einblick hinter die Kulissen.

Abbrecherquote: Als Abbrecher gilt jeder Student, der ein Studium an einer der beiden Bundeswehruniversitäten beginnt, diese jedoch ohne Bachelor-Abschluss verlässt.

Die Bundeswehr wirbt seit langem mit den optimalen Studienbedingungen an ihren beiden Hochschulen in Hamburg und München. Das Studienangebot umfasst derzeit mehr als 60 Studiengänge und die Ausstattung der Universitäten ist hervorragend. Während der Studienzeit erhalten die Studenten ihr volles Gehalt, wodurch sie sich vollkommen auf das Studium konzentrieren können. Das verkürzte Intensivstudium ist ein vollwertiges akademisches Studium, das auch außerhalb der Bundeswehr anerkannt wird. Das alles hört sich zunächst vielversprechend an - warum sind dennoch die Abbrecherquoten so hoch?

Neben einigen studierenden Soldaten melden sich Oberfeldarzt Dr. Hans-Peter Lutzenberger, Leiter des Gesundheitsbeirats, und Psychologin Frau Lackerbauer der Universität der Bundeswehr München zu Wort. Sie sprechen vor allem über gesundheitliche und private Gründe, welche zum Abbruch des Studiums führen können.

Für die Studenten wurde ein psychosoziales Netzwerk gegründet, welches die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Sozialeinrichtungen der Universität stärken soll - "der Mensch im Mittelpunkt."

Im Studium sei es für viele junge Menschen normal, dass sie an einen Punkt kämen, an der sie nicht mehr weiter wüssten. Wenn die private Belastung letztendlich mit der des Studiums zusammen trifft - durchziehen oder abbrechen? Es habe absolut nichts mit Schande zu tun, sich professionelle Hilfe zu holen, sagt die Psychologin. Ebenso sei es vollkommener Irrglaube, dass es die künftige Karriere des studierenden Offiziers beeinflusse, sagt der Oberfeldarzt. Die Schweigepflicht gilt selbstverständlich auch innerhalb der Bundeswehr.

Doch wenn du den Wald vor lauter Bäumen nicht siehst, dann lass für einen Moment das Studium Studium sein und lass dich von einem weiteren Audiobeitrag inspirieren. Ja manchmal, da muss man den Kopf einfach nur frei kriegen.

 
Das Studium: durchziehen oder abbrechen?
Inspiration am Arbeitsplatz
 
Ein Soldat sitzt in der Bibliothek und lernt, wobei er verzweifelt zu sein scheint."Zur Bundeswehr gekommen, um Soldat zu sein und nicht um zu studieren" - der Druck wiegt zuweilen schwer auf den Schultern. Foto: Johannes Götz
 

 
Redaktion

 

 
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