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Wo bleibt die Musik?

Wie geht es mit den Münchner Clubs nach der Pandemie weiter?
Die Corona Krise hat dem Münchener Nachtleben und den Clubs stark zugesetzt. Alle Clubs und Bars sind seit dem 13.03.2020 geschlossen – seit über einem Jahr! Was als vorübergehende Maßnahme zur Eindämmung der Pandemie begann, hat sich – sehr zum Leidwesen der Clubbesitzer, Angestellte und Partygänger - zur Dauerschließung entwickelt. Für viele Feierwütige bedeutet das – Ihr müsst weiterhin ganz stark und geduldig sein! Wann, wie und ob euer Lieblingsclub wieder öffnen darf, steht auch jetzt noch in den Sternen.
Willenlos heute / Foto: Milas

Könnt Ihr euch noch erinnern, wie ihr das letzte Mal aus dem Willo vom Feiern wiedergekommen seid? Die schön billigen Getränke und dazu die geniale Musik? All das wird es nach Corona leider nicht mehr geben – das Willo wurde abgerissen! Nein, nicht coronabedingt. Die Schließung war bereits vor der Pandemie beschlossene Sache. Dennoch hätten wir den Schlussstrich gerne mit einer ordentlichen "Abriss vor dem Abriss-Party" gefeiert. Das hätte unser Willo verdient, Corona machte es unmöglich. Den Hip Hop Club Crux ereilte ein ähnliches Schicksal: Nach zehn Jahren muss der Club im historischen Zerwirkgebäude im Frühjahr 2020 seine Pforten schließen. Das Gebäude soll aufwendig renoviert werden, der Mietvertrag wurde, entgegen der Erwartungen der Betreiber, nicht verlängert.

Jedoch könnten Schließungen durch das große "C" noch so manch anderen Clubs im Münchener Nachleben blühen, weil ihnen durch den Corona Lockdown die Einnahmen und sogar bald die Rücklagen fehlen. Viele Clubs mussten Aushilfen entlassen und Festangestellte in Kurzarbeit schicken. Ein staatlicher Fahrplan zur Wiedereröffnung liegt den Clubs nicht vor. Deswegen können Nachlokale wie das Pacha noch keinen Eröffnungstermin nennen, wie uns Pachas Eventmanager Roman Lehmann verriet.

Die Clubs sind jedoch nicht die Einzigen, die unter der Krise leiden. Die Studentin und ehemalige Barkeeperin Daniela J. (26) offenbarte, dass ihr durch die Schließungen der Clubs, eine wichtige Einnahmequelle weggebrochen sei. Sie gab an, dass sie sich dadurch sowohl privat, als auch nebenberuflich umorientieren musste. Finanzielle Unterstützung vom Staat gab es für sie und viele weitere Aushilfen nicht, da der bürokratische Aufwand zu hoch wäre. Derzeit ist sie in der Leitung für organisatorisches, in einem Corona Notfalltestzentrum – dieses wurde in ihrem alten Club errichtet. Ronny (29) ist hauptberuflich Sportlehrer und nebenberuflich seit acht Jahren selbstständiger DJ. Ihn hat es ebenfalls sehr stark getroffen, da ihm nach eigener Aussage nach “von heute auf morgen der meiste Teil der Einnahmen fehlt.”.

Der Partygänger Lukas M. (26), Student an der Universität der Bundeswehr München, ging vor dem Lockdown mehrmals die Woche, in verschiedenen Clubs, feiern. Für ihn der perfekte Ausgleich zum intensiven Informatikstudium. Die Pflege und Erweiterung seiner sozialen Kontakte gab es zudem gleich mitgeliefert. Ihn wird die Nachricht, dass einer seiner Lieblingsclubs - das “Willenlos” - seine Pforten für immer geschlossen hat, wie ein Schlag treffen. Lukas hat uns erzählt, dass er jetzt erkannt hat, dass das Recht aufs Feiern gehen nicht selbstverständlich ist, weshalb er es in Zukunft mehr wertschätzen wird.
 

Welche Clubs wird es nach der Krise noch geben?

Die Hoffnung stirbt zuletzt – und wir möchten Euch einen kleinen Lichtblick bieten.
Wir haben mit Hilfe von vielen, zum Interview bereitwilligen Clubs, eine Karte erstellt, die zeigt, wer von ihnen Corona bislang überlebt habt. Die grün markierten Clubs werden voraussichtlich noch öffnen, die roten bleiben geschlossen!

 

Für die Übersichtlichkeit haben wir die fünf Clubs, welche sehr nahe beieinander platziert sind, in einer 3D-Grafik dargestellt:

Wie und vor allem wann es euch wieder möglich sein wird, eure Lieblingsclubs zu besuchen, weiß noch niemand. Falls euer Lieblingsclub geschlossen hat – nicht traurig, sondern offen für Neues sein. Es wird nach Corona sicherlich eines wieder geben: Feiern, lachen, tanzen, leben!

 
 

 
Redaktion

 

 
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