Wo unsere Soldaten trainieren

Im Rahmen unseres datenjournalistischen Projekts haben wir ermittelt aus welchen Gründen die studierenden Soldaten der Universität der Bundeswehr München außerhalb der Liegenschaft trainieren gehen, obwohl ihnen doch eigentlich hier alles Nötige zur Verfügung steht.

Sport zählt zum Alltag eines jeden Soldaten, auch an der Universität der Bundeswehr München. Hier haben die studierenden Soldaten grundsätzlich mehr Zeit zur Verfügung die Sportstätten vor Ort zu nutzen. Das inkludiert nicht nur die 0815 Sportarten. Neben Fußball und Co. können auch zum Beispiel ein großer Fitnessbereich, ein Kletterturm sowie ein Schwimmbad jederzeit zum Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit genutzt werden. Die Möglichkeiten sind vielfältig. Und trotzdem stellt sich die Frage, warum viele Soldaten die Universität verlassen, um außerhalb in externen Fitnessstudios Sport zu treiben.

Im Rahmen unseres datenjournalistischen Projekts wollten wir den Beweggründen der Soldaten genauer auf die Spur gehen. Befragt wurden 456 von 3482 Soldaten, die an der Universität der Bundeswehr München studieren. Davon gaben 421 an aktiv Sport zu treiben. Anhand der Umfrageergebnisse können wir sehen, dass fast die Hälfte außerhalb trainieren geht. 44 Prozent der Befragten geben an, dass sie in einem externen Fitnessstudio angemeldet sind. Dem gegenüber stehen 56 Prozent, die lieber innerhalb der Liegenschaft trainieren gehen. Wieso ist die Zahl derer, die außerhalb trainieren gehen so groß? An der Universität gibt es kaum Sportarten, denen der sportbegeisterte Soldat nicht nachgehen kann.

Viele der Befragten suchen sich außerhalb der Liegenschaft Möglichkeiten trainieren zu gehen, weil die Auslastung der Kapazitäten der Fitnessbereiche zu den Stoßzeiten besonders hoch ist. Gerade abends sind viele Geräte und Gewichte in Dauernutzung, sodass sich leicht Wartezeiten ergeben. Das stört besonders bei einem geplanten Training ohne größere Zwischenpausen. Das war auch ein Grund für Majbritt H., der es hier im Bereich zu voll ist. „Im normalen Fitnessstudio ist es halt praktisch. Vormittags, wenn alle arbeiten kann ich hingehen und es ist frei“, nannte sie als einen ihrer Vorteile in einem externen Studio.

Nice to know: Der Sportförderverein darf nicht mit dem Sportzentrum verwechselt werden. Viele Studenten melden sich bei dem Team des Sportzentrums und haben Fragen bezüglich ihrer Mitgliedschaft. Jedoch ist das Sportzentrum hauptsächlich für die Begleitung des Sports an der Uni verantwortlich. Sie planen und stellen die Kurse innerhalb als auch außerhalb des Campus bereit, bieten Veranstaltungen an und kümmern sich rund um die Bereitstellung des Equipments für den Sport. Der Sportförderverein dagegen stellt die Gelder im Rahmen der Mitgliederbeiträge bereit, welches dem Sportzentrum zur Verfügung stehen.

Der nächste Grund, der vermehrt angegeben worden ist, war das Thema der Abwechslung. Für die, die außerhalb trainieren, bietet es eine willkommene Gelegenheit dem Unialltag zu entfliehen und mit neuen Leuten in Kontakt zu treten. Jeden Tag lebt und arbeitet der studierende Soldat mit anderen Soldaten zusammen und sieht ständig dieselben Gesichter. Das schreit förmlich nach Abwechslung.

Außerdem sind viele der Soldaten darüber verärgert, dass im Winter ein Teil des Fitnessbereiches gesperrt ist. „Der ursprüngliche Grund, warum ich überhaupt angefangen habe außerhalb zu trainieren ist die Sperrung der Empore letztes Jahr gewesen.“, merkte Florian S. an, der nebenbei auch noch in einem externen Fitnessstudio arbeitet. Dass die Empore zeitweise nicht nutzbar war lag an den Schneemassen, die die Fluchtwege blockiert hatten und somit zur Sperrung aus Sicherheitsaspekten führten.

Als weitere Gründe für das Training außerhalb nannten die Befragten den Mangel an ausgebildetem Trainerpersonal, Kursen, sowie Aktualität und der Zustand der Geräte.

Für die Nutzung der Sportstätten der Universität der Bundeswehr München muss gerade einmal ein Unkostenbeitrag von fünf Euro im Monat an den Sportförderverein der Uni entrichtet werden. Dagegen fallen die Mitgliedsbeiträge der umliegenden Fitnessstudios weitaus höher aus. 80 Prozent zahlen einen Beitrag zwischen 20 und 40 Euro. Gründe, die für eine Nutzung der Sportstätten innerhalb der Liegenschaft sprechen sind vor allem die kurzen Wege, Flexibilität. „Sport und Studium sind perfekt zu vereinbaren. (…) Hier ist es fast umsonst.“, betonte Rudi Hoffmann, Leiter des Sportzentrums.

 

Grundsätzlich hat jeder seine eigenen Beweggründe warum er wann und wo trainiert. Beide Möglichkeiten bieten Vor-und Nachteile. Am Ende muss die Entscheidung jeder für sich selbst treffen.

 

Foto: Meike Thomas
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Im Soldatenberuf ist es wichtig Sport und Dienst miteinander vereinbaren zu können. Doch wo klappt es für die Soldaten der Universität am besten? Foto: Meike Thomas
 

 
Redaktion

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